The Object

 

Mein Butler, der James

Freitag, 22. August 2008

 

Haben Sie ganz im Geheimen (oder ganz öffentlich) auch schon mal eine alte Frau um ihr Rollwägelchen beneidet, die recht mühelos ihre Einkäufe ordentlich eingepackt hinter sich nach zieht, als Sie selbst sich bis obenhin mit Einkäufen voll gepackt durch die Stadt gequält haben? Ja, praktisch wäre das schon, aber welcher junge Mensch rennt denn allen Ernstes mit einem „Oma-Wägelchen“ durch die Straßen (wobei es nicht im geringsten schicker aussieht sich mit riesigen Plastiktüten abzuschleppen)?


Aber zum Glück gibt es ja den „James“ der Österreicherin Meret Barz, die sicherlich nicht weniger Blicke auf sich zieht, als eben ihr origineller, cooler Einkaufsbutler! Entwickelt hat die ausgeflippte Theaterschauspielerin das Gefährt mit der originell bedruckten LKW Plane nicht etwa aus allgemeinem kommerziellen Interesse um ein Oma-Wägelchen für hippe Menschen zu schaffen, sondern aus purem Eigennutz: Als sie wegen einer OP nicht mehr schwer heben durfte, entwickelte sie für sich selbst kurzerhand einen Einkaufsbutler, mit dem sie sich stilecht auf der Straße blicken lassen konnte. Mittlerweile hat der James im Straßenbild Wiens und Basels – nach den viel beachteten Auftritten auf der Blickfang und der Mustermesse – seinen festen Platz und Motive gibt es so viele, dass für jeden Geschmack – solange er nur ein bisschen ausgefallen ist – etwas dabei sein muss! Denn jedes Motiv hat sich Meret selbst ausgedacht, aufgelegt, entwickelt und abfotographiert, so dass sie zu jedem ihrer „Babys“ eine eigene Geschichte erzählen kann. Die Katze vor dem Rosenhintergrund ist zum Beispiel ihre eigene, die Meret brav auf Festivals wie das Tollwood in München oder das Sinnflut in Erding begleitete. Für den „Money-James“, erzählt sie, ließ sie sich von ihrem Bankberater den hauseigenen Banksafe aufschließen um das Geld abzufotografieren. Doch das Lieblingsmotiv sei eindeutig das Unicorn, weil es „einfach so furchtbar kitschig ist“, wie sie selbst zugibt.


Doch bei all dem Spaß am Designen wird vor allem die Qualität und die praktische Handhabung groß geschrieben. Zwölf Monate Garantie gibt es auf das stabile Gestänge mit den Vollplastikrädern – und nach Ablauf der Frist kann man Ersatzteile günstig nach bestellen. Der James lässt sich auch im vollsten Zustand stabil abstellen, Schlüssel und Geldbeutel sind bequem in den Innen- und Außentaschen unter zu bringen. Eine Schlaufe zum Einfädeln hilft beim Tragen über Bordsteine oder Treppen und wenn der James tatsächlich leer und unbenutzt in der Ecke steht, lässt er sich flach zusammenklappen und leicht verstauen. Die liebevoll gestaltete Internetseite gibt noch viele weitere Tipps, zum Beispiel wie man den James am Einkaufswagen anbringt. Und wenn man erst einmal selbst einen besitzt muss man sich schon fast über die Einsatzmöglichkeit wundern, denn nicht nur den Gang zum Supermarkt wird erleichtert, auch Wälzer lassen sich ganz einfach aus der Bibliothek schieben und das Essen samt Gaskocher unkompliziert zum Campen aufs Musikfestival transportieren. Wer von den Motiven nicht genug kriegen kann, dem seien zusätzlichen die ebenso stabilen Laptop-Taschen empfohlen.


Live erleben kann man Meret Barz und ihren James in Deutschland demnächst in mehreren Kaufhäusern, die Termine finden sich – sobald bekannt – auf ihrer Homepage.


Infos: www.james-shop.com


Isabella Hermann

 
 
 
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